Selbstverwaltung des Studentendorfes Schlachtensee e.V.

35 Jahre Selbstverwaltung des Studentendorfes Schlachtensee e.V.

Am 24.11.1972 wurde die SV als eigenständiger Verein gegründet. 2007 feierte sie also ihren 35. Geburtstag in Form eines eingetragenen gemeinnützigen Vereins. Ein weiteres bedeutendes Jubiläum für unser Dorf, nachdem wir bereits am 10.10. die 50- jährige Grundsteinlegung feiern durften.

Am Anfang stand die studentische Ideenkraft
Den Ort des Dorfes und die architektonischen Pläne dafür hatten die Studenten der FU bereits vorbereitet, bevor die Möglichkeit der finanziellen Unterstützung aus Amerika sich eröffnete. Eine studentisch selbstverwaltete Organisation des Dorfes war schon vor Baubeginn eingeplant und die Umsetzung begann schon mit den ersten Bewohnern des Dorfes, allerdings unter schwierigen Bedingungen.

Chronologie der Ideenstrukturen
Nachdem das Bürgermeistermodell der studentischen Selbstverwaltung nach 10 Jahren im Jahre 1969 durch das Vollversammlungsmodel abgelöst worden war, konstituierte sich die SV 1972 als eingetragener Verein, der 1976 als gemeinnützig anerkannt wurde. In diesen Jahren vertrat die SV die Anliegen vieler Generationen von Dorfbewohnern und trug durch ihre Arbeit zur Verbesserung und Bereicherung des Lebens im Dorf bei. Sie organisierte einen vielfältigen Kulturbetrieb mit Feten und Festen, von Diskussionen über Lesungen bis hin zu Vorträgen von Professoren aus der DDR. Es gab verschiedene Arbeitskreise, Tutorien und Mitsprache bei der Zimmervergabe. Die 60er Jahre waren die Zeit vieler politischer Aktivitäten und das Dorf entwickelte sich damals zu einem Zentrum der Fluchthilfe in Berlin. Mit den 70er Jahren machte sich eine unpolitische passive Allgemeinhaltung breit, welche die Arbeit der Selbstverwaltung erschwerte. Trotz allem gab es weiterhin verschiedenste Veranstaltungen und Einrichtungen wie Telefon-Vermittlung, Club A18, Waschmaschinen, Druckerei, Werkzeugverleih, Raum- und Jobvergabe, Kopiergerät, Fotolabor, Filmclub, Übungsräume mit wohnheimeigenen Musikinstrumenten, Kindergarten, Sport, Tischtennis, Fitnessraum, Fahrradausleihe, Feten- und Stereoraum, Food-Corp., Theatersaal, Klavierraum, Gästezimmer, Café und verschiedene Dorfzeitungen... .

Heute wie gestern
Es scheint so, als bliebe die Zeit stehen. In den ersten Jahren nach Fertigstellung des Dorfes hatten sich bereits erste Interessengegensätze zwischen Bewohnern und Dorfleitung derart zugespitzt, dass man nicht umhin kam die Bewohnerschaft zu organisieren. .... Auch heute steht die SV vor der konfliktträchtigen Situation mit der eigens gegründeten genossenschaftlichen Vermietung (eG).

Nochmal heute
Im letzten zurückliegenden Versuch (1998 - 2003) das Dorf abzureißen, war es wieder die studentische Initiative, eben dieses zu erhalten. Nach mehreren Jahren politischer Wirksamkeit und dem Beginn der Wiedervermietung des Dorfes, wurde 2002 die genossenschaftliche Vermietung u.a. von der SV gegründet, um ein Kaufrecht für das Dorf zu erwirken und dieses zu verwalten. Seit 17.06.2004 ist das Dorf unseres und die Zimmervermietung ganz in der Hand der eG, welche sich jetzt derart verselbstständigt hat, dass sie die bislang autonome SV kürzlich sogar vor Gericht auf Räumung sämtlicher Einrichtungen verklagt hat, um ihre mittlerweile unerwünschte Existenz hier im Dorf zu beseitigen.

Eine nicht nachvollziehbare Vorgehensweise seitens der genossenschaftlichen Vermietung und unglaubliche Entwicklung in Anbetracht der Geschichte des Dorfes.

... weiteres:
Geschichte des Dorfes
Chronik des Kampfes gegen den Abriss